"Die schönen Unbekannten"
Rundwanderweg
Sagensttion #1 am Waldbad in Mosbach

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"Waldbad Mosbach"

Das Dorf Mosbach hat zwei geheimnisvolle und bizarre Sagen aus vergangener Zeit zu berichten. Aus einer Sage kommen wir. Wir sind die zwei schönen unbekannten Mädchen und wir erzählen dir von unserer Geschichte, die sich einst hier in Mosbach, in unserem Dorf, zugetragen hat. Warum? Nun, Mosbach ist ein kleines Dorf, unweit von Eisenach gelegen. Eisenach, jeder kennt diese Stadt, bekannt für seine Wartburg. Doch Mosbach hat auch viele Geheimnisse und wahre Schätze zu entdecken, die wohl kaum noch einer kennt. Nicht einmal die Bewohner von Mosbach kennen uns und das Verborgene in der Natur und seiner Vergangenheit. Das ist ja SAGENHAFT meinst du jetzt vielleicht, aber komm mit, wir zeigen dir auch das schöne Unbekannte. Auf den nun vor dir liegenden Rundwanderweg von ca. 11 km wirst du an verschiedene Stationen vorbeikommen und einige bekannte und weniger bekannte Sagengestalten aus Mosbach und Umgebung treffen. Lass dir von ihren Taten berichten und entdecke das Schöne aus unserer Natur.

Sage:

Über dem Dorf Mosbach liegt eine große, zerklüftete Felswand, die man den „Hangstein“ nennt. Am Fuße entspringt eine Quelle. Diese werden wir auf unserer gemeinsamen Wanderung entdecken und erfahren was für ein grausames Schicksal uns widerfahren ist. Einst feierten die Mosbacher zur Vollmondzeit Kirmes -es war wie immer-, im Monat September. Da dies die einzige Gelegenheit für uns war, einmal im Jahr auszugehen, entschlossen wir uns, unsere hübschesten Kleider anzuziehen und uns auf der Kirmes zu amüsieren. Es kannte uns keiner, aber wir grüßten freundlich und es dauerte gar nicht lange bis wir Freunde fanden. Die jungen Burschen forderten uns sogar zum Tanze auf. Von nun an fehlten wir an keinem Tanzabend mehr. Komm nun mit auf unserem Weg, den Weg „Die schönen Unbekannten!“

Sagenstation "Mosbacher Linde" 

Sagenstation #2 Aussicht zum Hörselberg und zum Hainich

Vor uns liegen die sagenumwobenen Hörselberge. Unser Blick richtet sich auf den kleineren der beiden Berge. Beide sind seit jeher bekannt für zahlreiche Sagen und Geschichten. Frau Holle soll im Hörselberg wohnen und oft durchs Land ziehen. So manch einem hat sie schon Gutes aber auch Schlechtes beschert. Ab und an soll auch das boshafte Gelächter des Teufels und das jämmerliche Geschrei der armen Seelen in der Hölle aus dem Berginneren zu vernehmen sein. Davon sei auch der Name „Hörselberg“ gekommen. – Höre der Seelen Berg! Übrigens wird erzählt, dass die Hörselberge die märchenhaftesten Berge in ganz Deutschland sind. 
Bei guter Sicht lässt sich von hier auch der Nationalpark Hainich entdecken. Liebevoll auch der „Urwald“ von Mitteleuropa genannt. Er ist mit 160 km² Fläche das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. (vgl. Nationalpark Hainich)

Sage:

Er war ein edler Mann aus dem Frankenland, ein sehr talentierter Sänger. So wollte er eines Tages zur Wartburg ziehen und sein Talent unter Beweis stellen. Auf seinem Weg zur Wartburg kam er an den Hörselbergen vorbei. Als er in die Nähe des Zauberberges kam, sah er eine wunderschöne Frau, so reizvoll, wie er noch keine gesehen hatte, in einer Felsenspalte stehen. Sie war nur leicht und lockend gekleidet, und es drang ein Schall süßer Lieder aus der Bergestiefe herauf. Das war die Frau Venus, deren holder Liebeslockung der Ritter Tannhäuser folgte. Ritter Tannhäuser blieb ein ganzes Jahr bei Ihr in der Venushöhle. Da dieses sich zur damaligen Zeit nicht gehörte, wollte er bei dem Papst in Rom um Vergebung bitten. Dagegen sträubte sich Frau Venus sehr. So gelobte er ihr, zurückzukehren und ewig bei ihr zu bleiben, sollte er keine Gnade finden. Der Papst in Rom war ein sehr strenger Herrscher. Als er von Ritter Tannhäuser gehört hatte, was im letzten Jahr geschah, wurde er sehr zornig und sagte: „So wenig dieser dürre Stab grünet und jemals wieder grünen wird und kann, ebenso wenig kannst du hoffen, dass dir jemals bei Gott und mir Gnade und Verzeihung erteilt werden kann und wird! Traurig und tief bekümmert kehrte Tannhäuser zu seiner Frau Venus zurück, die ihn liebevoll empfing, und ist nie wieder aus dem Berg herausgekommen. Nach drei Tagen aber fing der Stab des Papstes an zu grünen durch ein göttliches Wunder der ewig verzeihenden Liebe. Der Papst sah erschüttert, dass bei Gott möglich ist, was dem Menschen unmöglich gewesen. 
(Quelle: nach Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853)

Sagenstation "Großer Drachenstein"

Sagenstation #3 Aussicht vom Großen Drachenstein.

Wir sind nun auf dem Drachenstein angekommen. Die Aussicht lässt uns auf den Großen Hörselberg blicken. Im Tal vor uns befindet sich der Ort Mosbach. Mosbach mit seinen 1383 Einwohnern liegt auf einer Höhe von etwa 300 Metern, ca. 2 km vom Rennsteig und sechs Kilometer von Eisenach entfernt. Namensgeber des fünf Kilometer langen Waldhufendorfes ist der Mosbach, welcher durch den Ort fließt. Der Ortsteil grenzt im Norden und Osten an die Kerngemeinde Wutha-Farnroda, im Südosten liegen Thal und Kittelsthal, im Südwesten die Stadt Ruhla und der Gerstunger Ortsteil Wilhelmsthal. Im Westen von Mosbach befindet sich die Stadt Eisenach. 
In Wald und Flur entdeckt und hört man viel Unbekanntes. Davon handelt auch unsere nächste Sage…

Sage:

Der damalige König von England erhob ein Mädchen namens Reinswig aus niedrigem Stand aber von großer Schönheit zur Königin. Die beiden liebten sich aus vollem Herzen, jedoch kam es, dass ihr geliebter Gemahl verstarb. Weil sie ihm für immer treu bleiben wollte, betete sie für die Erlösung seiner Seele. Ihr wurde gesagt, dass der König sein Fegefeuer im weiten Thüringen hatte, im Berg Hörselberg und so begab es sich, dass die fromme und schöne Königin nach Thüringen reiste und sich am Fuße des Berges eine Kapelle bauen ließ. um zu beten. Nach und nach entstand ein Dorf, denn ihre große Dienerschaft brachte den Händlern der Gegend gutes Geschäft. Eines Tages erschienen ihr die Geister des Bösen und zusammen mit dem Geschrei, welches des Öfteren vom Bergesinneren zu hören war, glaubte sie, der Satan hauste hier. Also nannte sie den Ort Satanstedt und da die Sprache lebt, so wurde aus Satanstedt Sättelstädt.

Sagenstation "Marienblick"

Sagenstation #4 Marienblick zur Wartburg

Der wunderschöne Ausblick zeigt uns die wohl bekannteste Burg in Deutschland – die Wartburg bei Eisenach. Der Sage nach soll sie im 11. Jahrhundert erbaut wurden sein. Seit 1999 zählt sie zum UNESCO Weltkulturerbe und ist einer der größten zeitgeschichtlichen Schätze unserer Region. Erfahre im Nachfolgenden mit welcher List die Burg erbaut wurden ist. 
Im Übrigen befinden wir uns hier auf eine der ältesten Handelsstraßen aus vergangener Zeit. Die „Weinstraße“. Sie war die wichtige Straße, welche den Süden mit dem Norden verband – eine „Autobahn“ des Mittelalters; 1197 erstm. erwähnt; Die Herkunft des Namens „Weinstraße“ ist umstritten und der Bedeutung nach könnte es sich um eine Straße für den Transport von fränkischem Wein oder auch um eine „Wagenstraße“ handeln. 

Sage:

Über Eisenach, wo der alten Sage nach in grauen Zeiten ein König herrschte, hob ragend über alle Nachbarberge ein felsenreicher Gipfel hervor welcher von Menschen nur selten betreten wurde. Der mächtige Graf Ludwig der Springer, welcher auf der Schauenburg wohnte, verfolgte einst auf der Jagt ein Tier. Er jagte ihm lange nach, bis er auch den Berg erreichte, auf dem heute die Wartburg steht. Da das Wildtier hier nicht mehr zu sehen war, setzte er sich ermüdet auf die Spitze des Berges. Als er sich von hier aus umschaute, gefiel ihm die wundervolle Umgebung und er rief aus: „Wart‘ Berg; du sollst eine Burg tragen!„ Jedoch gehörte der Berg nicht zu seinem Land und er erdachte eine List. Er rief zwölf Ritter, die in der Nacht Erde von seiner Schauenburg in Körben auf den Gipfel des Berges schaffen mussten. Auf dieser Erde erbaute er seine Burg. Als der rechtmäßige Besitzer davon erfuhr, verklagte er Ludwig beim Kaiser. In der Verhandlung schworen die zwölf Ritter als Zeugen, dass die Burg auf Ludwigs Boden erbaut worden sei. So erhielt Ludwig den Berg als sein Eigentum. 
(Ludwig Bechstein, Deutsches Sagenbuch, Leipzig 1853)
Sagenstation #5 Hohe Sonne

"Hohe Sonne"

Hier ist auch der Einstieg in den Rundwanderweg möglich!

Kaum einer weiß es, aber in Mosbach geht es SAGENHAFT zu. Denn das alte Dorf, ehemals „Muosbach“, hat zwei geheimnisvolle und bizarre Sagen zu berichten. Mosbach ist ein kleines Dorf mit ca. 1.400 Einwohnern und einer sehr langen Tradition. So ist es beispielsweise Brauch dem Gast zur Begrüßung ein Ei zu schenken, welches ihm Glück und Gesundheit bringen soll. Typisch und landschaftlich sehr prägend sind auch die zahlreichen Seitentäler und Höhen, die ganz Mosbach zieren. Auf dem ca. 11 km Rundwanderweg erfährst du alles Spannende aus der Mosbacher Sagenwelt. Es geht vorbei an wunderschönen Ausblicken und historisch bedeutsamen Plätzen. Folge dem Rennsteig bis zum Abzweig nach Mosbach. Achte auf die Wegweiser, denn geführt wirst du von uns, zwei schönen unbekannten Mädchen aus der Mosbacher Sagenwelt. Auf dem Weg erfährst du, wer wir waren und welches Unheil uns ereilte. Du wirst an verschiedenen Stationen vorbeikommen und einige bekannte und weniger bekannte Sagengestalten aus Mosbach und Umgebung treffen. Die erste Station befindet sich am Mosbacher Schwimmband, dass auch einen guten Platz zum Rasten bietet. Dort erfährst du den Beginn unserer Geschichte. An der Mosbacher Linde hast du einen herrlichen Ausblick auf den sagenhaftesten Zauberberg Deutschlands, den Hörselberg. Führe deine Wanderung auf der „Autobahn“ des Mittelalters fort, bis du schlussendlich wieder hier angelangt bist. Wir wünschen dir viel Spaß auf unserem Rundwanderweg „Die schönen Unbekannten“.

Sagenstation "Ochsenstall"

Wir also gingen wieder zum Tanze nach Mosbach und kleideten uns mit den tollsten und schönsten Kleidern. Wir tanzten mit den Burschen, die uns bald sehr liebgewannen. Aber jedes Mal, beim zwölften Glockenschlag mussten wir uns schnell verabschieden. Niemand konnte uns aufhalten, hat er uns noch so gebeten und zugesprochen. Wir eilten fort, so schnell es ging. Doch sollte das nicht unser einziges Schicksal bleiben. Bald wurde vermutet, dass wir angeblich zwei Seejungfrauen aus der Hangsteinquelle sind. Doch freuten sich alle, wenn wir wieder unsere Abende in Mosbach verbrachten. Wir tanzen und sangen zusammen. Oft erzählten wir auch unsere hübschen Geschichten, die jeder gerne lauschte. Die Abende vergingen froh und wir zwei waren mit unserer Leichtfüßigkeit beim Tanz und in unseren schönen Kleidern immer gern gesehen. Zwei Burschen hatten es uns besonders angetan. Daher kränkte es sie sehr, dass wir stets vorzeitig aufbrechen mussten. So stellten sie eines Abends die Uhr im Gasthof eine halbe Stunde zurück. Zu dieser Zeit wussten wir noch nicht, was Schlimmes geschehen war. Unter Tanzen und Scherzen verfloss auch diesmal die Zeit. Als wir aufbrechen wollten, bemerkten wir, dass es zu spät für uns geworden war. Da riefen wir traurig: „Ach, was habt ihr getan. Nun werdet ihr uns nie wieder sehen. Ihr habt uns länger aufgehalten, als uns erlaubt war.“ Ihr müsst wissen, wir haben einen grausamen Gebieter, der große Macht über uns hat; schließlich eilten wir aus dem fröhlichen Kreise weinend fort. Wir rannten, so schnell wir konnten. Die Burschen aber folgten uns und sahen, wie wir in der Felswand des Hangsteins verschwanden. Als der Morgen graute, hörte man aus der Quelle unser Jammern und Klagen, und das Wasser färbte sich blutrot. Es grauste den beiden Burschen, heftige Reue packte sie. Wir zwei Jungfrauen aus der Quelle aber wurden nie wieder in Mosbach gesehen. (Quelle: Vgl. Kulturhaus der Gewerkschaft (Hrsg.) (o.J.), S. 34.) 
Sagenstation #6 Ochsenstall
Sagenstation #7 Hölltal mit Blick über Mosbach zum Hörselberg

Sagenstation "Hölltal"

Einst saß ein Kittelsthaler Bauer (Kittelsthal, ein Dorf nicht weit von hier) mit seinem Knecht nahe Mosbach, in einer mondhellen Nacht auf ihr Feld am Lagerfeuer um es vor Wild zu bewachen. Und die beiden unterhielten sich über die Hochzeit, die am nächsten Tag in Mosbach gefeiert werden sollte. Plötzlich stieß der Knecht seinen Herrn an und deutete auf einer kleinen viereckigen Wolke, welche in großer Schnelligkeit aus der Richtung vom Hörselberg aufstieg. „Seht Herr, dort kommt er! Was er nur in der Kiste haben mag? Es muss recht schwer sein. Seht, wie er arbeitet!“ sprach der Bauer. In diesem Augenblick ertönte ein furchtbares Sausen und Brausen in der Luft, sodass der Bauer entsetzt vom Feuer aufsprang. Der Knecht jedoch ließ sich nicht stören: „Nun, ich glaube, dem müssen die in der Mosbach recht genehm sein. Er hat gehörig aufgehockt.“ Aber der Bauer hörte schon die letzten Worte nicht mehr. Er lief, was er kaufen konnte, um Haus und Hof zu erreichen. Inzwischen hat sich der Gottseibeiuns (Teufel) mit seiner schweren Kiste beim Knecht am Feuer niedergelassen und schimpfte gewaltig, dass er ihn in seinem Fluge gehemmt habe. Der Knecht lachte den Teufel aus und verlangte einen Teil vom Hochzeitskuchen. Ärgerlich reichte ihm der Teufel einige große Stücke und bat den Knecht beim Aufkommen zu helfen. Der Knecht aber weigerte sich. Da rief der erboste Teufel ein ganzes Dutzend Weibernamen in die Nacht hinaus, zuerst die der Braut und ihrer Mutter in Mosbach. Mit einem „Hopp“ stand er da wieder auf den Beinen und flog durch die Luft nach Mosbach. Den Kuchen aber, den der Knecht am anderen Morgen im Hofe anbot, wollte keiner haben. Selbst die Hunde ließen ihn unberührt, obwohl er ganz dick mit Rahm geschmälzt war. Es ging ein eigenartiger Geruch von ihm aus. Die Stiefmutter des Kittelthaler Bauern war auch zur Hochzeit in die Mosbach geladen. Als sie den Weg dahin antreten wollte und ihr der Sohn spöttisch guten Appetit wünschte, erwiderte sie ärgerlich: „Ich weiß schon, worauf du anspielst und weiß auch, was ich im rechten Augenblick zu tun habe.“ Die Tische brachen fast unter den aufgetragenen Speisen. Doch wollte es keinem recht schmecken. Die Gerichte hatten alle etwas Absonderliches und rochen nach Moschus. Plötzlich trat ein Fremder in grüner Jägerkleidung ein, auf dem die Braut und ihrer Mutter sofort zustürzten und ihm wie einen alten Bekannten herzlich begrüßten. Bald darauf begann er den Ehrentanz mit der Braut, dann griff er weiter und weiter, bis er mit fast allen Frauen und Mädchen getanzt hatte. Auch die Stiefmutter unseres Bauern sollte tanzen. Die aber trat, als er ihr nahte, sofort einen Schritt zurück und rief zornig, während sie nach seinen Füßen deutete: „Geh weg von mir, Satan! Ich habe deinen Pferdefuß gesehen und tanze nicht mit dir!“ Entsetzt blickten alle nach dem Fuß des Jägers. Als dieser sah, dass er erkannt war, machte er keine Umstände mehr und fuhr in seiner wahren Gestalt zur Tür hinaus. Ein paar Minuten darauf waren alle Gäste auf dem Heimweg. Die Braut und ihre Mutter, die offensichtlich eine Abmachung mit dem Teufel getroffen hatten, wurden fortan von den Mosbachern als auch von den Kittelsthalern gemieden. Das mutige Auftreten der Stiefmutter des Kittelsthaler Bauern war jedoch lange Zeit in lobender Weise in aller Munde.

Geschrieben von Super User
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