Hölltal - der schönste Blick zum Hörselberg

Vom Ochsenstall geht es nur noch bergab. Hinab in das Hölltal, an dessen Ende die letzte Sagenstation wartet. Hier kann man abermals ein einzigartiges Panorama über Mosbach hinweg, zum Hörselberg genießen. Eines der schönsten Ausblicke oberhalb von Mosbach bis zu den Hörselbergen. Danach wanderst du am Sportplatz und am Feriendorf am Forsthaus vorbei, zurück zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung, das Mosbacher Schwimmbad. Dort ist der perfekte Ort, um die Mosbacher Sagenwelt in Thüringen mit echter Thüringer Küche abzuschließen.

Das sagenumwobene Hölltal hat seinen Namen auch aus der Sagenzeit. Und so hat es sich ergeben, dass Hölltal sich so nennt, weil hier Hexen auf Besen ihr Unwesen getrieben haben sollen. Auch hat man den Kindern in dieser Region erzählt, dass Frau Holle im Hörselberg wohnt. In der letzten Sagenstation wird übermittelt, dass sogar der Teufel hier in Mosbach gesehen wurde. 

Hölltal

Inhalt der Sagenstation - Hölltal

Einst saß ein Kittelsthaler Bauer (Kittelsthal, ein Dorf nicht weit von hier) mit seinem Knecht nahe Mosbach, in einer mondhellen Nacht auf ihr Feld am Lagerfeuer um es vor Wild zu bewachen. Und die beiden unterhielten sich über die Hochzeit, die am nächsten Tag in Mosbach gefeiert werden sollte. Plötzlich stieß der Knecht seinen Herrn an und deutete auf einer kleinen viereckigen Wolke, welche in großer Schnelligkeit aus der Richtung vom Hörselberg aufstieg. „Seht Herr, dort kommt er! Was er nur in der Kiste haben mag? Es muss recht schwer sein. Seht, wie er arbeitet!“ sprach der Bauer. In diesem Augenblick ertönte ein furchtbares Sausen und Brausen in der Luft, sodass der Bauer entsetzt vom Feuer aufsprang. Der Knecht jedoch ließ sich nicht stören: „Nun, ich glaube, dem müssen die in der Mosbach recht genehm sein. Er hat gehörig aufgehockt.“ Aber der Bauer hörte schon die letzten Worte nicht mehr. Er lief, was er kaufen konnte, um Haus und Hof zu erreichen. Inzwischen hat sich der Gottseibeiuns (Teufel) mit seiner schweren Kiste beim Knecht am Feuer niedergelassen und schimpfte gewaltig, dass er ihn in seinem Fluge gehemmt habe. Der Knecht lachte den Teufel aus und verlangte einen Teil vom Hochzeitskuchen. Ärgerlich reichte ihm der Teufel einige große Stücke und bat den Knecht beim Aufkommen zu helfen. Der Knecht aber weigerte sich. Da rief der erboste Teufel ein ganzes Dutzend Weibernamen in die Nacht hinaus, zuerst die der Braut und ihrer Mutter in Mosbach. Mit einem „Hopp“ stand er da wieder auf den Beinen und flog durch die Luft nach Mosbach. Den Kuchen aber, den der Knecht am anderen Morgen im Hofe anbot, wollte keiner haben. Selbst die Hunde ließen ihn unberührt, obwohl er ganz dick mit Rahm geschmälzt war. Es ging ein eigenartiger Geruch von ihm aus. Die Stiefmutter des Kittelthaler Bauern war auch zur Hochzeit in die Mosbach geladen. Als sie den Weg dahin antreten wollte und ihr der Sohn spöttisch guten Appetit wünschte, erwiderte sie ärgerlich: „Ich weiß schon, worauf du anspielst und weiß auch, was ich im rechten Augenblick zu tun habe.“ Die Tische brachen fast unter den aufgetragenen Speisen. Doch wollte es keinem recht schmecken. Die Gerichte hatten alle etwas Absonderliches und rochen nach Moschus. Plötzlich trat ein Fremder in grüner Jägerkleidung ein, auf dem die Braut und ihrer Mutter sofort zustürzten und ihm wie einen alten Bekannten herzlich begrüßten. Bald darauf begann er den Ehrentanz mit der Braut, dann griff er weiter und weiter, bis er mit fast allen Frauen und Mädchen getanzt hatte. Auch die Stiefmutter unseres Bauern sollte tanzen. Die aber trat, als er ihr nahte, sofort einen Schritt zurück und rief zornig, während sie nach seinen Füßen deutete: „Geh weg von mir, Satan! Ich habe deinen Pferdefuß gesehen und tanze nicht mit dir!“ Entsetzt blickten alle nach dem Fuß des Jägers. Als dieser sah, dass er erkannt war, machte er keine Umstände mehr und fuhr in seiner wahren Gestalt zur Tür hinaus. Ein paar Minuten darauf waren alle Gäste auf dem Heimweg. Die Braut und ihre Mutter, die offensichtlich eine Abmachung mit dem Teufel getroffen hatten, wurden fortan von den Mosbachern als auch von den Kittelsthalern gemieden. Das mutige Auftreten der Stiefmutter des Kittelsthaler Bauern war jedoch lange Zeit in lobender Weise in aller Munde.

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