Der sagenumwobene Ochsenstall am Rennsteig bei Mosbach

Auf dem Rennsteig, kurz nach dem Hohem Bruch haben wir extra ein gro├čes Schild mit dem Logo des Rundwanderwegs aufgestellt, damit Ihr nicht vom Wanderweg abkommt. Ihr m├╝sst also links abbiegen, um vom Rennsteig wieder hinab in das sagenhafte Mosbach zu kommen. Dort erz├Ąhlen die sch├Ânen Unbekannten, wie ihre Sage zu Ende geht. 

Auch der sagenumwobene Ochsenstall hat seine wahre Geschichte, die aus der Zeit des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges stammt. In den vielen Kriegen dieser Zeit, trieben die Mosbacher Bauern ihr Vieh das H├Âlltal hinauf zum Ochsenstall. Eine kleine Felsspalte in der N├Ąhe des Hangsteins, war der ideale Ort, um das Vieh vor den feindlichen Truppen zu sch├╝tzen. 

Ochsenstall

Inhalt der Sagenstation - Ochsenstall

Wir also gingen wieder zum Tanze nach Mosbach und kleideten uns mit den tollsten und sch├Ânsten Kleidern. Wir tanzten mit den Burschen, die uns bald sehr liebgewannen. Aber jedes Mal, beim zw├Âlften Glockenschlag mussten wir uns schnell verabschieden. Niemand konnte uns aufhalten, hat er uns noch so gebeten und zugesprochen. Wir eilten fort, so schnell es ging. Doch sollte das nicht unser einziges Schicksal bleiben. Bald wurde vermutet, dass wir angeblich zwei Seejungfrauen aus der Hangsteinquelle sind. Doch freuten sich alle, wenn wir wieder unsere Abende in Mosbach verbrachten. Wir tanzen und sangen zusammen. Oft erz├Ąhlten wir auch unsere h├╝bschen Geschichten, die jeder gerne lauschte. Die Abende vergingen froh und wir zwei waren mit unserer Leichtf├╝├čigkeit beim Tanz und in unseren sch├Ânen Kleidern immer gern gesehen. Zwei Burschen hatten es uns besonders angetan. Daher kr├Ąnkte es sie sehr, dass wir stets vorzeitig aufbrechen mussten. So stellten sie eines Abends die Uhr im Gasthof eine halbe Stunde zur├╝ck. Zu dieser Zeit wussten wir noch nicht, was Schlimmes geschehen war. Unter Tanzen und Scherzen verfloss auch diesmal die Zeit. Als wir aufbrechen wollten, bemerkten wir, dass es zu sp├Ąt f├╝r uns geworden war. Da riefen wir traurig: ÔÇ×Ach, was habt ihr getan. Nun werdet ihr uns nie wieder sehen. Ihr habt uns l├Ąnger aufgehalten, als uns erlaubt war.ÔÇť Ihr m├╝sst wissen, wir haben einen grausamen Gebieter, der gro├če Macht ├╝ber uns hat; schlie├člich eilten wir aus dem fr├Âhlichen Kreise weinend fort. Wir rannten, so schnell wir konnten. Die Burschen aber folgten uns und sahen, wie wir in der Felswand des Hangsteins verschwanden. Als der Morgen graute, h├Ârte man aus der Quelle unser Jammern und Klagen, und das Wasser f├Ąrbte sich blutrot. Es grauste den beiden Burschen, heftige Reue packte sie. Wir zwei Jungfrauen aus der Quelle aber wurden nie wieder in Mosbach gesehen. 
(Quelle: Vgl. Kulturhaus der Gewerkschaft (Hrsg.) (o.J.), S. 34.)

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